Kochworkshop „Indonesien“

Der Kochworkshop fand bei traumhaften Wetter statt und die fleissigen Teilnehmer haben trotz kleiner Truppe fast alle Rezepte gekocht und sehr genossen. Und alle haben ganz herrlich geschlemmt. Besonders gefreut hat, dass zwei Teilnehmerinnen, die schon mal in Indonesien gereist sind, bestätigt wurde, dass alles so schmeckt, wie vor Ort. Hurrah :-)

Das Lieblingsrezept aller Teilnehmer war verrückterweise das ganz einfache Seroendeng – ein Knuspergewürz. Und natürlich die Erdniss-Soße, die zu fast allem gegessen wird.

Ein paar Worte zu Indonesien selbst:
Indonesien ist ein Staat aus insgesamt 17.508 verschiedenen Inseln. Das Essen und die Kultur ist teilweise von Insel zu Insel sehr unterschiedlich, dann auch jeweils von den Nachbarländern (China, Indien) beeinflusst. Was wir als „Typisch Indonesisches essen“ empfinden ist das, was auf der Hauptinsel Java gekocht wird. Insgesamt leben mehr als 255 Millionen Menschen in Indonesien. Etwa 88% sind Muslime – damit ist Indonesien der größte muslimische Staat der Welt – hättet ihr nicht gewusst, gelle. :-)

Gegessen wird viel Fisch, auch Huhn. Rindfleisch ist teuer und eine Festtagsspeise. Schwein gibt es nur vereinzelt bei den christlich bewohnten Inseln. Gut die Hälfte der Menschen lebt unter der Armutsgrenze und wird daher sowieso eher Reise und Gemüse essen. Ganz typisch sind die Gewürze Kaffir (Blätter einer bestimmten Limettenart), Sereh (Zitronengras), Galgant (zitroniges Wurzelgewächs, vergleichbar mit Ingwer), Tamarinde (saure Nuss/Schotenfrucht), Chili, Kokos, Erdnuss und Gula Java (Palmzucker). Man findet als Vegetarier und Veganer relativ leicht genügend Gerichte. Tofu (Indonesisch: Tahu) und Tempeh (fermentierte Bohnenstücke) sind weit verbreitet und werden in unzähligen Gerichten unterschiedlich zubereitet. Genau wie eben viele Gemüsegerichte. Man muss nur aufpassen: in vielen Gerichten oder auch Gewürzmischungen wird Trassi oder Terassi (je nach Schreibweise) verwendet. Das ist Garnelenpaste. Einfach nachfragen. Es gibt sicher immer Alternativen.

Indonesien war zwischen 1600 und 1945 Kolonie der Niederlande. Daher findet man heute in den Niederlanden indonesisches Essen wie bei uns Pizza oder Döner. Genauso aber auch in Indonesien typisch niederländischen Kuchen und Torten – was ansonsten für Asien total ungewöhnlich ist. Bei uns in Deutschland sucht man noch länger, bis man Indonesische Küche findet – aber in Nürnberg hat der erste vegane Indonesier aufgemacht – und ich betreibe schamlos Werbung. Er stellt sogar frisch Tofu und Tempeh her! Besucht mal das Sojahaus Setia in Gostenhof. Oder kocht die schönen Rezepte nach! :-)

 

Die Rezepte zum Nachkochen findet ihr hier, oder auch  in unserer Rezeptliste:

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Kochworkshop „Nordafrika“

Am 19.11.16 fand der Kochworkshop „Nordafrika“ – oder politisch korrekt: Maghreb Staaten – statt. Unter Maghreb oder Maghrib versteht man vor allem die drei nordafrikanischen Staaten Tunesien, Marokko und Algerien, die aufgrund ihrer Geographie und Geschichte viele Gemeinsamkeiten haben. Auch Libyen und Mauretanien werden mitunter dazu gezählt. Allgemein-geographisch steht in Entsprechung Nordwestafrika. Das Wort allerdings stammt aus dem Arabischen und heißt der „Westen“ – daher die Bezeichnung für die Nordwest gelegenen Staaten. Das Gegenstück dazu ist der Maschrek: Ägypten, Israel/Palästina, Jordanien, Libanon, Syrien, Irak.

Man könnte über jedes der genannten Länder einen eigenständigen Kochkurs abhalten und im Fall von beispielsweise Syrien haben wir das ja auch getan.

In meinem letzten Kochkurs dieses Jahres wollte ich so viele Rezepte wie möglich unterbringen und habe den daher so kultur-ignorant dann „NORDAFRIKA“ betitelt. Und dann hatte ich noch mehr Probleme, mich für Rezepte zu entscheiden. Es ist ein bunter Mix geworden. Von Ägypten bis Marokko, alles dabei. Von modernen Gerichten, die für den Aufbruch, der mit dem arabischen Frühling begonnen hat, stehen bis hin zu jahrhundertealte Traditions-Rezepte.

Wir hatten einen sehr schönen letzten Kochworkshop für das Jahr 2016 – so wie alle unsere kulinarischen Reisen dieses Jahr. Fast ein bisschen wehmütig blicke ich zurück. Viel Spaß beim Nachkochen! Nächstes Jahr geht es dann weiter!

Hier sind einige Schnappschüsse von dem Kochkurs:

Die Rezepte zum Nachkochen findet ihr hier, oder auch in unserer Rezeptliste:

Fattoush – Nordafrikanischer Brotsalat

Hummus aus Puffbohnen

Kürbis Tagine

Kuschari – Ägytisches Fastfood

Pilaw mit Quitte und Maronen

Rhas el Hanout Donuts

Tahini-Tofu Dip oder auch Yemenitischer Eiersalat

Tunesisches Pesto

 

 

 

 

Kochworkshop Israel

Nachdem wir ja zum ursprünglich geplanten Termin vor zwei Wochen eingeregnet waren und verschieben mussten, hatten wir letzten Sonntag dafür zur Belohnung fürs warten wundervollen Sonnenschein. Der Garten hat sich in seiner schönsten, herbstlichen Pracht gezeigt und wir haben uns ganz der jüdischen Küche gewidmet.

Typisch für die Küche ist, dass es eben vielleicht gar nichts ganz Typisches gibt. Juden lebten und leben überall auf dem Globus und sind von ihrer jeweiligen Heimat geprägt und beeinflust. Nach Israel haben sie die Gerichte und Geschichten ihrer Vorfahren und Herkunftsländer mitgebracht. Damit ich eine möglichst große Bandbreite vorstellen konnte haben wir uns daher also durch Gerichte wie „Vlaischklösse nach dem Rezept der rumänischen Großmutter“ bis hin zum Jemenitischen Brot gekocht. Ein besonderes Highlight für alle waren der vegane Gefilte Visch und der Zimmes – ein Möhren-Eintopf der traditionell zum Neujahrsfest gegessen wird.

Meine Liebe für die kulinarische jüdische Geschichte geht viele Jahre zurück, auf den Besuch eines kosheren Restaurantes in Prag mitten in der Josephsstadt. Später habe ich mit Kollegen mal ein Fest der Religionen ausgerichtet und dort meinen ersten Zimmes gegessen. Und mir zu Weihnachten mein erstes Kochbuch gewünscht. Das dann picke-packe voll war mit den Geschichten der Tante Sowieso und der Großmutter XY und deren Rezepten. Liebevoll zusammengetragen und vorgestellt. Gerade erst in neuer Zeit ist das wundervolle Buch „Jerusalem“ von Ottlenghi und Tamimi erschienen. Beide in Jerusalem geboren und aufgewachsen. Der eine Jude, der andere Moslem. Beide nach London ausgewandert und Koch geworden. Dort haben sie sich kennen gelernt und zusammen ein wundervolles Buch über Tradition, Kultur und Geschichte gemacht – voll mit herrlichen Fotos und Rezepten. Nicht vegan – aber heh – man kann nicht alles haben. :-)

Das israelische Kernland umfasst 22.380 km, weitere 6.800 km sind besetztes Land. Von den etwa 8 Millionen Einwohnern sind ca. 75% Juden, 20% Muslime und 4,5% Bahai. Wenn ihr noch nie von der Weltreligion Bahai gehört habt – besucht sie zumindest mal im Internet. Ich habe den Tempel in Deutschland (In der Nähe von Wiesbaden) besucht und wundervolle Menschen kennen gelernt. Der wichtigste Tempel der Gemeinschaft steht in Tel Aviv. Es gibt etwa 5 Millionen Bahahi weltweit und einer der Glaubenssprüche ihres Gründers lautet „verkehrt mit allen Religionen in Herzlichkeit und Eintracht“. Das wäre fein, wenn das überall so wäre.

Der Name Israel leitet sich von der sogenannten Merenptah Stelle aus dem Jahr 1211 v. Chr. her auf dem „ein Volk aus dem Lande Kanaan“ genannt wird. Von der heutigen Bevölkerung haben etwa 26% ein bereits in Israel geborenes Elternteil – sind damit also bereits Israeli der dritten Generation. Etwa 32% der jüdischen Bevölkerung gelten als „traditionell“, was bedeutet, sie halten die Speisevorschriften und weitere Traditionen ein – wobei jedoch ein recht modernes Leben gelebt wird. Gut 46% der Juden in Israel lebt ein eher säkulares – also nicht sehr religiös geprägtes Leben. 15% gelten als orthodox – also streng gläubig, etwa 7% sogar als ultra-orthodox.

Ich habe beim Kochkurs versucht, koshere Speisevorschriften zu erklären, aber wohl eher für Verwirrung gesorgt. 😉  Wer das ganze Thema über die reinen Rezepte hinaus jetzt spannend findet und mehr nachlesen möchte, hier.

Die wichtigste Botschaft von allen: Vegan ist kosher. Es ist auch halal. Und passt zu allen christlichen, hinduistischen oder sonstigen Speisevorschriften. Vegan ist das Essen der Liebe.

In diesem Sinne Shalom und viel Spaß beim Nachkochen.

Hier sind einige Schnappschüsse von dem Kochworkshop:

Die Rezepte zum Nachkochen findet ihr hier, oder auch  in unserer Rezeptliste.