Kochworkshop „Thailand“

Am Sonntag (11.06.) haben wir mal wieder  gekocht. Passend zum sehr sonnigen, heißen Tag gab es Thai.

Thailand ist eines der 20 Bevölkerungsreichsten Länder der Welt. Eine Monarchie, deren aktueller König gerne in Deutschland ist. Wer das nicht glaubt, sollte mal „König Thailand“ googlen und er findet Bilder von Maha Vajiralongkorn beim Radeln am Tegernsee. Nicht das das mit der köstlichen Thai Küche zu tun hat – aber so ein bisschen Klatsch ist ja auch mal ok. :-)

Die überwiegende Religion ist der Buddhismus – allerdings haben sich Ahnenglaube und Senioritätsverehrung stark in der Kultur erhalten.

Die Küche Thailands war und ist vom Wasser geprägt und verwendet viel Fisch. Aber auch viel Gemüse. Typisch ist der Jasminreis. Aber durch japanische und chinesische Einflüsse finden sich auch Nudelgerichte.

Die Zubereitungsformen sind Spieße, schnelle Wok-Gerichte oder die typischen Currys, bei denen unterschiedlichste Zutaten in Kokosmilch gekocht werden und mit den Thai-Curry-Pasten gewürzt werden. Diese Würzpasten sind heute in Deutschland auch bereits in gut sortierten Supermärkten zu finden. Bei uns bekommt man klassiche gelbe, rote und grüne Würzpaste – in Thailand selbst gibt es noch ein paar mehr. Die Würzpasten erhalten im original Trassi – das ist eine salzige Paste aus fermentierten Garnelen. Daher sind ganz traditionelle Thai Currys leider nicht vegan. Daher habe ich bereits vor vielen Jahren angefangen Currypasten selbst herzustellen. Das ist einfacher als es klingt und das Ergebnis ist wirklich lecker.

Wer sich die Mühe nicht machen will – gerade im Bioladen gibt es heute beretis auch recht gute fertige Würzpasten ohne Trassi. Einfach Zutatenliste lesen und eine vegane Variante kaufen.

Eine weitere typische Zutat der Thai-Küche ist die Fischsoße. Sie wird zum Salzen verwendet – anstatt Salz. Leider ist auch sie nicht vegan. In Thai Restaurants muss man daher immer darum bitten, alles ohne Fischsoße zu bekommen. Für den Kochkurs haben wir eine vegane Variante gemacht. Die ist sehr lecker-salzog und bringt Pep in die Gerichte. Im Rezept findet ihr auch „Abkürzungen“ wir ihr ohne die Falsche Fischsoße trotzdem gute Würz-Ergebnisse hinbekommt.

Thai Essen ist grundsätzlich sehr schnell gekocht. Die Mühe liegt in der Vorbereitung – alles klein schnippeln und bereit stellen. Gegessen wird in Thailand mit dem Löffel. Gabeln findet man dann und wann – die werden aber benutzt, um Dinge auf den Löffel zu schieben. Messer findet man nicht als Essbesteck. Daher sollten alle Zutaten eben schön mundgerecht geschnitten sein – oder weich und mit dem Löffel teilbar.

Der typische Geschmack ist sehr zitronig frisch. Viele der tpyischen Thai-Gewürze schmecken zitronig: Kaffir Limettenblätter, Zitronengras, Galgant (eine Wurzel wie Ingwer) und auch der Thai Basilikum schmeckt sehr minzig-zitronig. Oft wird zum Essen eine Limettenspalte serviert, die sich der Esser dann noch frisch über dem Essen ausdrückt.

Gleichzeitig ist das Essen auch sehr scharf. Es kommt viel Chili zum Einsatz. Das liegt unter anderem auch daran, dass Chili konservierend und bakterientötend wirkt. Daher findet man in vielen heißen Ländern eine scharfe Küche. Die typische Thai Chili ist die kleine, rote Birds Eye – die zu einer der schärfsten Chilis der Welt gehört. In Deutschland haben sich die meisten Thai Restaurants an den deutschen Geschmack angepasstn und servieren das Essen mild. Auch deshalb mache ich meine Currypaste gerne selbst – ich mache sie deutlich schärfer. Aber das ist ja jedem selbst überlassen, wie scharf er sich das macht.

Ich hoffe ihr habt Spaß mit den Rezepten und kocht fleißig nach.

Hier sind einige Schnappschüsse aus dem Kochworkshop:

Die Rezepte zum Nachkochen findet ihr hier, oder auch in unserer Rezeptliste:

Bananen Chili Suppe

Fake Visch Würzsoße

Grüner Papaya Salat

Phad Thai

Schwarzer Klebreis mit Kokosmilch und Mango

Süss-saurer Chili Dip

Thai Curry Paste

Thai Fake Garnelen Curry

Thai Gemüse Curry

Thai Visch Buletten

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Kochworkshop „Indien“

Am Vatertag haben wir das schöne Wetter genutzt, um uns einmal quer durch Indien zu kochen.

Indien ist eine Bundesrepublik – genau wie Deutschland. Hättet ihr das gewusst? Allerdings gibt es unglaubliche 29 Bundesstaaten und 100 verschiedene Sprachen. In den Bundesstaaten, in denen die Sprachen gesprochen werden, gelten sie jeweils lokal auch als Amtssprachen – übergreifend ist jedoch Englisch die Verwaltungssprache.

In Indien entstanden vier der großen Religionen: Hinduismus, Buddhismus, Jainismus und Sikhismus. Der Islam kam infolge von Handel und Eroberungen durch das Mogulreich, das Christentum durch frühere Missionierungen im ersten Jahrhundert und dann durch den Kolonialismus, der Zoroastrismus (Parsismus) aufgrnd von Einwanderungen ins Land. Obwohl Indien bis heute eine hindusitisch geprägtes Land ist, hat Indien nach Indonesien und Pakistan die weltweit drittgrößte muslimische Bevölkerung (etwa 140 Millionen), und nach dem Iran die zweitgrößte Anzahl an Schiiten. Die Religionszugehörigkeit verteilt sich in der Bevölkerung wie folgt: 79,8 % Hindus, 14,2 % Muslime, 2,3 % Christen, 1,7 % Sikhs, 0,7 % Buddhisten, 0,4 % Jainas und 0,7 % andere.

Die Religionen prägen die Esskultur in hohem Mass – so sind zum Beispiel die Hindus traditionell Vegetarier – einige Kasten sogar Veganer. Die Muslime haben viel arabische Einflüsse in das Mogulreich mit eingebracht und das Essen unterscheidet sich von typisch Süd-Indischen Gerichten sehr. Es gleicht oft eher der Syrisch oder Afghanischen Küche.

Generell gilt die Faustregel: Je südlicher, desto schärfer, desto mehr Kokosnussmilch, desto mehr Soße. Und je nördlicher, desto milder, weniger Kokosnuss, desto „trockener“ und gebratener (im Gegensatz zu gekocht).

Indische Restaurants in Deutschland bieten oft eher, was der deutsche Kunde erwartet, als das, was echte, authentische Küche ist. Zumeist ist alles sehr soßig – oft wird sogar Kuh-Sahne zum Kochen verwendet (gruselig). Die Gewürze sind mild und oft sehr einheitlich abgeschmeckt. In Indien hat jedes Gericht seine ganze unverwechselbare Gewürzkombination und Zubereitungsart.

Insgesamt sind die Rezepte aber schnell und einfach zu kochen – also hoffe ich, dass möglichst viele von euch sich durch die Rezepte zum Nachkochen anregen lassen.

Hier ein paar Schnappschüsse vom Indien-Kochkurs:

Die Rezepte zum  Nachkochen findet ihr hier, oder auch in unserer Rezeptliste:

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Kochworkshop „Indonesien“

Der Kochworkshop fand bei traumhaften Wetter statt und die fleissigen Teilnehmer haben trotz kleiner Truppe fast alle Rezepte gekocht und sehr genossen. Und alle haben ganz herrlich geschlemmt. Besonders gefreut hat, dass zwei Teilnehmerinnen, die schon mal in Indonesien gereist sind, bestätigt wurde, dass alles so schmeckt, wie vor Ort. Hurrah :-)

Das Lieblingsrezept aller Teilnehmer war verrückterweise das ganz einfache Seroendeng – ein Knuspergewürz. Und natürlich die Erdniss-Soße, die zu fast allem gegessen wird.

Ein paar Worte zu Indonesien selbst:
Indonesien ist ein Staat aus insgesamt 17.508 verschiedenen Inseln. Das Essen und die Kultur ist teilweise von Insel zu Insel sehr unterschiedlich, dann auch jeweils von den Nachbarländern (China, Indien) beeinflusst. Was wir als „Typisch Indonesisches essen“ empfinden ist das, was auf der Hauptinsel Java gekocht wird. Insgesamt leben mehr als 255 Millionen Menschen in Indonesien. Etwa 88% sind Muslime – damit ist Indonesien der größte muslimische Staat der Welt – hättet ihr nicht gewusst, gelle. :-)

Gegessen wird viel Fisch, auch Huhn. Rindfleisch ist teuer und eine Festtagsspeise. Schwein gibt es nur vereinzelt bei den christlich bewohnten Inseln. Gut die Hälfte der Menschen lebt unter der Armutsgrenze und wird daher sowieso eher Reise und Gemüse essen. Ganz typisch sind die Gewürze Kaffir (Blätter einer bestimmten Limettenart), Sereh (Zitronengras), Galgant (zitroniges Wurzelgewächs, vergleichbar mit Ingwer), Tamarinde (saure Nuss/Schotenfrucht), Chili, Kokos, Erdnuss und Gula Java (Palmzucker). Man findet als Vegetarier und Veganer relativ leicht genügend Gerichte. Tofu (Indonesisch: Tahu) und Tempeh (fermentierte Bohnenstücke) sind weit verbreitet und werden in unzähligen Gerichten unterschiedlich zubereitet. Genau wie eben viele Gemüsegerichte. Man muss nur aufpassen: in vielen Gerichten oder auch Gewürzmischungen wird Trassi oder Terassi (je nach Schreibweise) verwendet. Das ist Garnelenpaste. Einfach nachfragen. Es gibt sicher immer Alternativen.

Indonesien war zwischen 1600 und 1945 Kolonie der Niederlande. Daher findet man heute in den Niederlanden indonesisches Essen wie bei uns Pizza oder Döner. Genauso aber auch in Indonesien typisch niederländischen Kuchen und Torten – was ansonsten für Asien total ungewöhnlich ist. Bei uns in Deutschland sucht man noch länger, bis man Indonesische Küche findet – aber in Nürnberg hat der erste vegane Indonesier aufgemacht – und ich betreibe schamlos Werbung. Er stellt sogar frisch Tofu und Tempeh her! Besucht mal das Sojahaus Setia in Gostenhof. Oder kocht die schönen Rezepte nach! :-)

 

Die Rezepte zum Nachkochen findet ihr hier, oder auch  in unserer Rezeptliste:

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