Neben dem Volksbegehren zur Artenvielfalt heute ein ganz praktischer Beitrag zur Sortenvielfalt!

Wir haben die Chilis und Paprikas angesät.

Die wärmeliebenden Pflanzen brauchen den frühen Start und einige Monate Wachstum, bevor es dann nach den Eisheiligen raus ins Freiland geht. Sonst werden sie im Spätsommer nicht  reif genug, um wieder Saatgut zu nehmen.

Wichtig ist: wir verwenden ausschließlich samenfeste Sorten. Das heisst, dass die Pflanzen einen Samen produzieren, der wieder auskeimt und wieder eine Pflanze mit denselben Eigenschaften  wie die Mutterpflanze hervorbringt. Der Gegensatz dazu ist sogenanntes Hybrid oder F1 Saatgut. Das ist im Prinzip nichts ehrenrüchiges. Das Saatgut wird gezielt gezüchtet, um Pflanzen mit hoch-erwünschten Merkmalen und maximaler Erntemenge hervorzubringen. Also z.B. immer gleich lange, gerade, orange farbene Karotten. Bei samenfesten Sorten sind die Karotten auch derselben Sorte manchmal unterschiedlich gefärbt und gerne krumm und schief.

Es liegt an uns Verbrauchern, dass im Handel nur Norm-Gemüse verkauft wird… Das führt dazu, dass auch viel Bio Gemüse aus Hybrid Saatgut entsteht. Weil auch der Bio Bauer seinen Ertrag verkaufen muss, um davon leben zu können. Dadurch verlieren wir aber immer mehr Artenvielfalt. Denn anstatt die vielen samenfesten, alten Sorten anzubauen, greift man auf wenige ertragsstabile Hybride zurück. Die Sortenvielfalt geht dramatisch zurück.

Aber das trägt auch zum Insekten-Sterben bei. Viele Hybridsorten sind „taub“ und haben wenig bis keinen Nektar. Die Bienen und Hummeln verhungern buchstäblich auf blühenden Feldern. Und wo die Insekten sterben, folgen die Insektenfresser…

Im Stadtgarten arbeiten wir ausschließen mit samenfesten Sorten. Wir nehmen Saaatgut und verkaufen und tauschen das. Wir ziehen aber auch Jungpflanzen vor. Für unseren eigenen Bedarf und auch zum Verkauf. Wenn ihr euch für Artenvielfalt einsetzen wollt, dann tut es uns gleich.

Und jetzt noch zum Chili anziehen. Wir verwenden dafür gebrauchte Take Away Food Container. Erstes weil wir recycling und mehrfach verwenden gut finden. Und zweitens, weil das perfekte, feuchtigkeitsdichte Mini-Gewächshäuser sind.

1. Torfarme Anzuchterde in einer Schüssel mit Wasser voranmischen. Die Erde soll feucht, nicht nass sein.

2. im Container jetzt eine gute Lage Erde ausbringen. Falls man mehr als eine Sorte pro  Container macht, durch Pappestreifen trennen.

3. Samen darauf ausstreuen. Und mit trockener loser Erde leicht bedecken. Chilis sind Lichtkeimer, sollen also nicht zu tief in der Erde stecken.

4. vorsichtig von oben giessen. Das geht perfekt mit einer ganz altmodischen Wäsche-Spritze.

5. Deckel drauf. Auf dem Deckel sind die Sorten beschriftet.

Die Container jetzt hell und warm stellen. Direktes Licht ist am besten. Und jetzt einfach in Ruhe lassen. Da kein Wasser entweichen kann, bleibt es im Container schön feucht. Und in ca. 2 Wochen keimen die Chilis aus.

Sobald die Pflanzen aus der Erde kommen, nimmt man die Deckel ab. Ab dann muss man auch täglich giessen. Aber dazu berichten wir dann nochmal extra.

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